THERAPIEVERFAHREN

01.

Osteopathie

Osteopathie ist für mich keine bloße Ansammlung von Techniken, sondern eine Philosophie darüber, wie therapeutischer Kontakt gestaltet wird und worin echte Wirksamkeit liegt. Es geht um eine Haltung des aufmerksamen Zuhörens und des Respekts vor den individuellen Anpassungsleistungen deines Körpers. Nicht das Erzwingen einer starren Norm steht im Mittelpunkt: Ich versuche einen Raum zu schaffen, in dem jeder Mensch auf seine eigene Weise Fortschritte machen kann.

Begründet von Andrew Taylor Still, basiert die Osteopathie auf klaren Prinzipien: dem Körper als zusammenhängender Einheit, der Wechselwirkung von Struktur und Funktion sowie den inhärenten Kräften der Selbstregulation. Von Beginn an war die Methode dabei wissenschaftsfreundlich gedacht und auf ständige Weiterentwicklung angelegt. Moderne Wissenschaft bringt uns heute voran, hinterfragt tradierte Annahmen und schärft den Blick für physiologische Zusammenhänge – und ich freue mich, durch meine Arbeit an verschiedenen Forschungsprojekten (u.a. an der Medical School Hamburg) meinen eigenen kleinen Teil dazu beizutragen.

Das eigentliche Handwerk beginnt im direkten Gewebekontakt: Ich begegne deinem Körper ohne vorgefertigte Schablone und prüfe präzise, wie Spannungsmuster auf manuelle Reize reagieren. Aus einem breiten Portfolio an Techniken wähle ich die Griffe, die für deinen Organismus im jeweiligen Moment sinnvoll und annehmbar sind. Denn gute Osteopathie passt das Konzept immer dem Menschen an – niemals umgekehrt.

02.

Dry Needling

Dauerhafte Fehlbelastungen, monotone Haltungen oder alte Verletzungen führen im Muskelgewebe oft zu Zonen anhaltend hoher Grundspannung – sogenannten myofaszialen Triggerpunkten. In diesen tastbaren Arealen ist die lokale Durchblutung vermindert, was den Zellstoffwechsel hemmt und sensible Schmerzfasern triggert. Typischerweise strahlt dieser Schmerz in weiter entfernte Körperregionen aus.

Beim Dry Needling werden diese Zonen mit hauchdünnen, sterilen Nadeln ohne Wirkstoff punktgenau angesteuert. Der feine mechanische Reiz löst oft eine kurze, reflektorische Muskelzuckung (Local Twitch Response) aus.

Dieser neurophysiologische Reset zielt darauf ab, den erhöhten Ruhetonus der Muskelfasern zu regulieren, die Mikrozirkulation im Gewebe wieder anzukurbeln und die Reizschwelle des überempfindlichen Nervensystems zu normalisieren. Das entlastet nicht nur den isolierten Muskel, sondern das gesamte umliegende myofasziale Netzwerk.

03.

Yamamoto Neue Schädelakupunktur (YNSA)

Schmerz ist selten ein rein lokales Geschehen, sondern wird maßgeblich im zentralen Nervensystem moduliert. Anhaltende Belastungen oder vegetative Dauerspannung können zu einer neuronalen Übererregbarkeit führen: Die Reizschwelle sinkt, und selbst physiologische Reize oder gewohnte Bewegungen werden als schmerzhaft wahrgenommen.

Die YNSA setzt an dieser zentralen Schaltstelle an. Die Methode wurde ab Ende der 1960er-Jahre von dem japanischen Arzt Dr. Toshikatsu Yamamoto („Toshi“) begründet und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Anders als die klassische Körperakupunktur arbeitet die YNSA als eigenständiges Mikrosystem: Sie nutzt ein zusammenhängendes Somatotop am Schädel, auf dem sich der gesamte Bewegungsapparat, innere Organe und funktionelle Leitungsbahnen abbilden.

Ich durfte dieses System bei Dr. Peter Ogal erlernen – langjähriger Dozent, Wegbegleiter und enger Freund Toshis. Diese direkte Weitergabe aus erster Hand prägt mein therapeutisches Vorgehen und den Anspruch an die exakte Tastdiagnostik am Hals und Bauch, über die wirksame Zonen identifiziert werden.

Über fein gesetzte Nadelreize an den Arealen der Schädeldecke wird eine gezielte neuronale Antwort angeregt. Das Ziel: nozizeptive Reizmuster dämpfen, einen überaktiven Sympathikotonus beruhigen und das vegetative Nervensystem zurück in seine physiologische Balance begleiten.

04.

Wie ich arbeite

1. Befunde realistisch einordnen

Klinische Sicherheit steht an erster Stelle: Ich prüfe Kontraindikationen sorgfältig und kläre verlässlich ab, wann Beschwerden vorab in ärztliche Hände gehören. Ebenso wichtig ist die nüchterne Einordnung deiner Diagnosen: Ein Satz wie „Das ist Arthrose, da kann man nichts mehr machen“ erzeugt oft unbegründete Resignation und verstärkt reaktive Schutzspannungen im umliegenden Gewebe. Ein struktureller Verschleiß ist selten das endgültige Urteil – entscheidend ist, wie anpassungsfähig und reizbar das System drumherum ist.

2. Gezielte Reize statt Schema F

Keine veralteten Blockadentheorien: Ob manuelle Griffe, Faszientechniken oder neurophysiologische Reize – ich setze nur die Impulse, die dein Nervensystem in diesem Moment tatsächlich verarbeiten kann, um Gewebespannung nachhaltig zu regulieren.

3. Ehrliche Prognose statt Heilversprechen

Wir definieren greifbare Etappenziele für deine Belastbarkeit im Alltag. Keine leeren Versprechungen, sondern ein nachvollziehbarer, transparenter Plan.

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